Kleinvieh macht auch Mist

Und da sitzt sie. Provokativ direkt über meinem Spiegel. Zu klein um sich ernsthaft davor zu ekeln – zu groß um sie ohne mit der Wimper zu zucken einfach plattzuhauen (es sei denn man findet Gefallen an dieser Geräuschkomposition aus *pflatsch* und *knack*). Spinne.

Fliegenklatsche geholt, vor den Spiegel gestellt. Stelle fest: Das Mistvieh sitz genau so hoch, dass man sie mit jener Fliegenklatsche nur grade eben so erreichen kann. Ich will zuschlagen, trau mich aber nicht hinzusehen. Ich peile an, mit einem Auge. Gucke nochmal, peile. Drehe den Kopf, hole aus – und schlage nicht zu.

Ach, die wird schon noch ein paar Minuten sitzen bleiben. Also zurück an den PC. Die wissenschaftliche Neugier erwacht, ich will wissen WAS ich da erschlagen will. Ich suche nach “Hausspinne”, mein Abendbrot kommt beinahe wieder hoch als ich die Bilder sehe, ich finde was ich suchte. Kurzer, nervöser Blick zurück zur Spinne überm Spiegel – jap, immer noch da. Sieht auch fast genauso aus wie auf dem Bild. Fliegenklatsche in die Hand, kurz überlegt ob der Staubsauger nicht die bessere Lösung wäre, zurück zur Spinne. Anpeilen, Augen zu, …

Ich sitze wieder vorm PC. Die Spinne sitzt nach wie vor über meinem Spiegel. Ich gebe auf. Das kleine Biest hat gewonnen – fürs Erste.

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